Brienzer Jagd-Sitzgruppe
Ausgeführt wurde diese im Rokoko-Stil gefertigte jagdliche Sitzgruppe im Schweizer Brienz.
Die vier fein gearbeiteten Stühle sowie der kleine Tisch sind in massivem Nussbaum sowie furniert gefertigt. Die überaus reich beschnitzten Gestelle sind in prachtvoller Rokokomanier ornamental sowie floral gestaltet. Voluten- und Rocaillenformen als auch Weinblätter und Reben wurden für diese kleine Sitzgruppe als Hauptschnitzmotiv gewählt.
Sitz- und Rückenlehne, hier in Medaillonform, sind reich mit jagdlichen Szenen in Ahorn intarsiert sowie mit Tuschmalerei und Brandschattierungen gestaltet. Tischplatte wohl in späterer Zeit nachfurniert.
Die Tradition der Jagd sowie der Bärenmöbel in Brienz geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Die Menschen in der Region suchten nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten. Sie nutzten ihre Fähigkeiten aus dem traditionellen Handwerk, dem Schnitzen von Alltagsgegenständen und Skulpturen, und schufen ein neues Gewerbe. Viele Holzschnitzer wurden in der 1884 gegründeten „Holzschnitzschule Brienz“ ausgebildet. Um 1900 zählte die Holzschnitzerei ca. 2000 Holzschnitzer. Brienzer Holzschnitzereien wurden auf mehreren Weltausstellungen mit großem Erfolg präsentiert.