Hans Miedler Fine Art Vienna Armlehnstuhl Gebruder Thonet Wien

Seltenes Modell eines Thonet Armlehnstuhles

Entwurf und Ausführung Gebrüder Thonet, Wien, um 1920

Aus­führung in Buche und Buchen­bugholz, auf Mahag­o­ni gebeizt und Schel­lack politiert.

Rück­en­lehne mit ver­laufend aus­ge­führten Rund­stäben gestal­tet, welche von Arm­stützen in geschwun­gener Aus­führung begren­zt wird, ergonomis­che Sitzfläche, Füße mit Mess­ing-Sabots sowie Ver­stre­bun­gen gestaltet.

Am Sitzrah­men gestem­pelt und mit Etiket­ten signiert.

Beson­ders form­schönes und seltenes Mod­ell eines Thonet-Arm­lehn­stuh­les aus der Art Déco Zeit.

Der Beginn eines Wel­tun­ternehmens der Gebrüder Thonet“:

Michael Thonet (1796 – 1871) war ein Pro­tegé des öster­re­ichis­chen Staatskan­zlers und Fürsten von Met­ter­nich, welch­er ihn nach Wien ein­lud und ihm und sein­er Fam­i­lie diese Reise auch finanzierte.

Met­ter­nich sah die Arbeit­en von Michael Thonet erst­mals auf der Ausstel­lung der Gesellschaft der Kun­st­fre­unde in Koblenz und war begeis­tert von dem inno­v­a­tiv­en Geist, welch­er die Arbeit­en Thonets so beson­ders machte. So ver­ließ Michael Thonet mit sein­er Fam­i­lie 1842 seine Heimat­stadt Bop­pard in Deutsch­land, um in Wien zu arbeit­en und zu leben. Ein Schw­er­punkt dieser Anfangszeit in Wien war sicher­lich die Weit­er­en­twick­lung sein­er Patente.

In Wien wurde er vom Architek­ten Peter Hubert Desvi­gnes über Ver­mit­tlung des Fürsten von Met­ter­nich beauf­tragt, für das Palais Liecht­en­stein Möbel herzustellen. Dieser bewegte Thonet auch dazu, seine Pro­duk­te auf den ver­schiede­nen Weltausstel­lun­gen zu präsen­tieren. Da Carl Leistler (Tis­chler und Par­ket­tfab­rikant) bere­its einen Gen­er­alver­trag für Möbel und Fußbö­den innehat­te, arbeit­ete Thonet bei diesem Auf­trag für Leistler als Subunternehmer.

Gefer­tigt wur­den wun­der­schöne, sehr aufwendi­ge Par­ket­tbö­den sowie Sitzmö­bel im Stil des Zweit­en Rokoko“ für das Liecht­en­steinis­che Palais. Bere­its auf der Lon­don­er Weltausstel­lung 1851, zu deren Vor­bere­itung Michael Thonet bere­its 1850 anreiste, waren einige Vor­läufer­mod­elle der Mod­ellserie Nr. 5 zu sehen. Thonet zeigte in Lon­don erst­mals ein Ensem­ble, beste­hend aus Stuhl, Canapé und Armlehnstuhl.

In der Ausstellerliste wird Thonet bere­its mit sechs ver­schiede­nen Ses­selmod­ellen, zwei Fau­teuils, einem Canapé, zwei Tis­chen, einem Nähtisch, zwei Lesetis­chen und zwei Etageren erwähnt.

Aus der auf der Weltausstel­lung gezeigten Gar­ni­tur entwick­elte er die späteren Serien­mod­elle Nr. 9 und Nr. 5, welche sich bis Mitte der 1870er-Jahre nebeneinan­der im Ange­bot fan­den. Bere­its im Jahre 1853 grün­dete Michael Thonet mit seinen fünf Söh­nen das Unternehmen der Gebrüder Thonet und avancierte so zu dem erfol­gre­ich­sten Möbel­her­steller des Industriezeitalters.

Durch den Wech­sel der Tech­nik von der Ver­leimung von Holzschicht­en zu der neuen und inno­v­a­tiv­en Tech­nik, mas­sives Rund­holz über Wasser­dampf zu biegen, gelang Thonet der Sprung zur indus­triellen und seriellen Pro­duk­tion. Begleit­et durch ein inter­na­tionales Ver­triebs- und Verkauf­ssys­tem avancierte Thonet zu einem weltweit agieren­den Unternehmen. Der erste bekan­nte Verkauf­skat­a­log der Gebrüder Thonet erschien im Jahre 1883 und hat­te auf ins­ge­samt 21 Seit­en 219 Mod­elle abgebildet.

Bere­its 1886 erschien ein zweit­er, 1888 ein drit­ter Kat­a­log der Gebrüder Thonet, welch­er bere­its auf 30 Seit­en 339 ver­schiedene Mod­elle im Ange­bot hat­te. Im Jahr 1911 umfasste der Gebrüder-Thonet-Kat­a­log bere­its ein Sor­ti­ment von 980 ver­schiede­nen Möbelmodellen.

Armlehnstuhl Gebruder Thonet Wien 03 final
Thonet Armstuhl H: 91 cm, B: 55,5 cm, T: 54 cm
Armlehnstuhl Gebruder Thonet Wien 05 final
Armlehnstuhl Gebruder Thonet Wien 06 final