Prunkvoller, äußerst seltener Kronleuchter
Der prunkvolle Kronleuchter ist sehr fein vergoldet, 15-flammig ausgeführt und ein wunderschönes Modell, das um 1870 in Kooperation zwischen Ludwig Lobmeyr und dem berühmten Ringstraßen-Architekten Theophil Hansen entstanden ist.
Die fünf in geschwungener Form gearbeiteten Hauptarme gehen in der unteren Etage in zehn zierlichere Arme über und werden in der oberen Etage von weiteren fünf Armen ergänzt.
Alle Arme sind mit vergoldeten Tüllen und wunderschön ausgeführten Glastassen gestaltet und reich mit äußerst fein geschliffenem Glasbehang und vergoldeten Dekorationselementen geziert.
Die Lusterkolumne besteht aus unzähligen handgeschliffenen Glaselementen und wird von einem Kranz mit kleinen Armen, welche mit einer Perlenkette aus vergoldeter Bronze sowie schönen Glasbehängen dekoriert sind, bekrönt.
Der gesamte Kronleuchter ist rundum überaus reich mit Glasbehang aus facettiert geschliffenen Glaspendants und feinen Bronze Elementen dekoriert.
Sehr speziell sind bei diesem Kronleuchter auch die kleinen, dreiarmigen, mit fein gearbeiteten Glasprismen und Glasperlen ausgeführten Zierelemente, welche an in Bronze Doré gearbeiteten Perlenketten hängen.
Alle Glaselemente sind in der höchsten und für die Wiener Manufaktur Lobmeyr in Design und Ausführung bekannten Qualität gearbeitet.
Ein wunderschönes Beispiel eines Kronleuchters aus der Zeit, in der Ludwig Lobmeyr bereits für sein neues Klientel, welche gerade ihre Palais auf der Wiener Ringstraße errichtete, arbeitete.
Theophil Hansen war einer der bedeutendsten Architekten der Wiener Ringstraßen Bauten. Hier konnte er auch seine Vision des Gesamtkunstwerkes, welches nur in Einklang mit dem Entwurf eines Bauwerks und dessen Innenausstattung und Einrichtung entstehen kann, verwirklichen. Dieser Kronleuchter spiegelt die Stilistik dieser Zeit in perfekter Weise wider.
Die Kooperation zwischen dem Glasverleger Ludwig Lobmeyr und dem berühmten Wiener Ringstraßen-Architekten Theophil Hansen gipfelte um 1870 in einem ikonischen Lusterentwurf, der bis heute als Meilenstein des Wiener Historismus gilt. Dieser oft schlicht als Modell „Hansen“ (Serie 1061) bezeichnete Kronleuchter verbindet Hansens architektonische Strenge im Stile der Neorenaissance mit der virtuosen Glashandwerkskunst des Hauses J. & L. Lobmeyr.
Ab den 1860er-Jahren holte Ludwig Lobmeyr gezielt führende Architekten seiner Zeit ins Boot, um das traditionelle böhmische Glasdesign zu modernisieren und an den prunkvollen Stil der neuen Wiener Ringstraßenbauten anzupassen. Diese wegweisenden Kooperationen dienten auch als Vorbereitung auf internationale Großereignisse: Die Entwürfe Theophil Hansens – darunter opulente Trinkservices und monumentale Tafelaufsätze – wurden unter anderem auf den Weltausstellungen in Paris (1867) und Wien (1873) mit großem Erfolg präsentiert und prägten die europäische Wohnkultur nachhaltig.
Die Kooperation zwischen Theophil Hansen und Ludwig Lobmeyr hinterließ tiefe Spuren in den bedeutendsten Monumentalbauten der Wiener Ringstraße. Hansen als einer der maßgeblichen Architekten der Epoche und Lobmeyr in seiner Funktion als k.u.k. Hoflieferant zeichneten für die Ausstattung spektakulärer Prunkräume verantwortlich.
Um hier nur einige zu nennen: das österreichische Parlamentsgebäude – hier insbesondere der monumentale, von Hansen gezeichnete und von Lobmeyr handwerklich umgesetzte Kronleuchter mit einem Durchmesser von fünf Metern im Herrenhaussaal. Neben diesen öffentlichen Großbauten stattete das Duo Hansen/Lobmeyr um 1870 auch zahlreiche private Palais des neuen Wiener Geldadels aus.Ein herausragendes Beispiel ist das Palais Ephrussi. Das ebenfalls von Hansen entworfene Palais an der Universitätsstraße erhielt für die Salons seiner Beletage exakt jene Luster der Serie „Hansen“, die die architektonische Strenge des Architekten mit der Leichtigkeit des Lobmeyr-Kristalls verbanden. Auch die Privatwohnung von Ludwig Lobmeyr, die er um 1870 bezog, wurde von Theophil Hansen im historisierenden Stil eingerichtet und mit den prunkvollen, neu entworfenen Lustern bestückt.
Lesen Sie mehr über T. Hansen und einen der vormaligen Besitzer unseres heutigen Standorts, das Palais Pallavicini in Wien. Freiherrn Georg Simon von Sina und seine Familie waren von 1828 bis 1842 im Besitz des Palais am Josefsplatz: klicken Sie hier.
Hier stellen wir einen eleganten Lederarmstuhl aus der Wiener Börse vor, den Hansen entworfen hat.
All unsere Luster werden in unseren hauseigenen Werkstätten mit äußerster Sorgfalt renoviert und neu elektrifiziert.